Vorkommen & Abbaugebiete

Bernstein (Mohshärte 2 bis 2.5) besteht im Durchschnitt aus 78% Kohlenstoff, 10% Wasserstoff, 11% Sauerstoff, etwas Schwefel und einer geringfügig kleinen Menge anderer Stoffe. Der Gehalt an Bernsteinsäure variiert zwischen 0 und 8 Prozent. Seine exakte Zusammensetzung hängt davon ab, aus welchem Land er stammt. Es gibt hunderte Vorkommen und Lagerstätten auf der ganzen Welt.

Seine Geschichte geht weit zurück und ist vor allem eng mit der Ostsee verbunden. Seit der Antike wurde Bernstein an deren Ufer, in Deutschland, Polen, Russland und in den baltischen Ländern abgebaut. Anfangs wurde er an den Stränden aufgelesen, später aus Bergwerksschächten gefördert. Heute wird Bernstein in Gruben abgebaut.

Gefunden wird dieses flüssige Gold der Sonne in kleinen, jedoch schweren Stücken, die bis zu 10 kg wiegen können. Viele Exemplare beeindrucken durch ihre Klarheit und durch die in ihrem Inneren enthaltenen Fossilien. Besonders schöne Stücke, die Insekten als Einschlüsse besitzen, werden in den Vorkommen der Cordillera El Seibo auf der Insel Hispaniola (Große Antillen) gefunden. Attraktive Exemplare stammen in letzter Zeit aus Fishun in der Provinz Liaoning in China.

Auf der ganzen Welt zuhause

Die größte Lagerstätte der Welt befindet sich im Samland bei Palmnicken, westlich von Königsberg (Kaliningrad) im heutigen Russland. In einer Tiefe von mehr als 30m befindet sich eine bis zu zehn Meter dicke, bernsteinhaltige Tonschicht, die so genannte „blaue Erde“. Der Abbau dieses Bernsteins erfolgt im Tagebau, danach mittels Auswaschung und Verlesen von Hand. Trotz ergiebiger Funde sind nur 15% für eine weitere Schmuckverarbeitung geeignet.

Die Bernsteinvorkommen der Dominikanischen Republik befinden sich nördlich von Santiago de los Caballeros. Aus der Los-Cacaos-Mine stammt wunderschöner, blauer Bernstein. Zudem sind Exemplare aus dieser Gegend für ihre zahlreichen, fossilen Einschlüsse bekannt.

Zu unterschiedlichen Zeiten gab es verschiedenste Abbaugebiete. Ein besonders reichhaltiges Vorkommen gab es in Birma (heutiges Myanmar), im Tal von Irra Waddy. Bis zu 20 kg schwere Stücke wurden dort gefunden. Doch das ist nichts gegen jenen 91 Kilo schweren Bernsteinblock, der 1694 nach Irland importiert worden ist. Im Berliner Humboldt Museum kann immerhin ein 8 Kilo Bernstein jederzeit bewundert werden.

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